Posts Tagged 'Süddeutsche'

Ist der Qualitätsjournalismus in den USA noch zu retten?

Posted by Martin Booker © 2008

Die Qualität des Journalismus hat abgenommen – meint zumindest der US-Journalist Bill Kovach. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erläutert er, welche Fehlentwicklungen dazu geführt haben und wie er dazu beitragen will, den Trend umzukehren. “Journalisten sollen wieder neu an ihren Beruf, seine Prinzipien und seine Funktion glauben können”, so Kovach. “Dazu gehört auch, dass die Öffentlichkeit besser versteht, worum es sich bei diesen Prinzipien überhaupt handelt. Und letztlich müssen auch Medien-Eigner und Management begreifen, wie wichtig sie sind und welcher finanzielle und soziale Wert mit ihnen verbunden ist.”

Um die Aufklärung von Medienschaffenden und der breiteren Öffentlichkeit zu fördern, hat Kovach das Committee of Concerned Journalists (CCJ) mit aufgebaut und ist derzeit ihr Vorsitzender. Das CCJ ist ein Netzwerk von Reportern, Verlegern, Redakteuren, Medienproduzenten und Wissenschaftlern, das sich für Qualität im Journalismus einsetzt und sich in diversen Foren darüber austauscht. Zudem unterhält das CCJ eine Website, die über aktuelle Entwicklungen in der (vorwiegend englischsprachigen) Medienbranche informiert und reflektiert: http://concernedjournalists.org

Wahrscheinlich sind beide Phänomene eine typische Erscheinung für das heutige Amerika: Einerseits sehen wir eine starke Kommerzialisierung vieler Medien und teilweise auch eine starke inhaltliche Vereinnahmung derselben durch ihre Besitzer. In extremen Fällen resultiert daraus ein deutlicher Verfall an journalistischer Seriösität (z.B. FOX News), den wir uns im alten Europa kaum vorstellen können. Andererseits entstehen in der Mitte der Zivilgesellschaft Gegenbewegungen wie das CCJ. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Initiativen im Gesamtbild niederschlagen werden. Denn nicht selten entfalten zivilgesellschaftliche Bewegungen in den USA eine Wirkung, wie wir sie uns ebenfalls in (Kontinental-) Europa nur schwer vorstellen können.

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Die Zukunft des Journalismus in der SZ

Posted by Martin Booker © 2008

Die Süddeutsche Zeitung hat die Serie “Zeitenwechsel” zum Thema Zukunft des Journalismus gestartet. In acht Interviews werden namhafte Experten zu den derzeitigen und zu erwartenden Umwälzungen in der Medienlandschaft befragt. Den Anfang machte diese Woche John Lloyd, der u.a. Direktor des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford ist, sowie Mitherausgeber der “Financial Times“ und Kolumnist für “La Repubblica“. Er spricht über die Bedeutung von Internet-Auftritten, welche Zeitungen wohl überleben werden und die zukünftige Rolle von Blogs und Vlogs. Zum Lloyd-Interview “google-News ist unser Feind”. Auf die weiteren Experten-Gespräche bin ich jedenfalls sehr gespannt!


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