Posts Tagged 'protestantische Ethik'

Sonntagsfilm: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

von Martin Booker

Das Wetter ist miserabel, die Uni/Arbeit/Schule hat mal Pause – Zeit, mehr über die Grundlagen unseres zur Zeit so gebeutelten Kapitalismus zu lernen. Unser heutiger Sonntagsfilm: Der Historiker Tristram Hunt geht in einer BBC-Dokumentation der Idee Max Webers nach, der einst in seinem berühmten Aufsatz “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” den Zusammenhang von protestantischem Gedankengut und dem Heraufziehen des modernen Kapitalismus nachvollzogen hat. Der Film ist 60 Minuten lang und in gut verständlichem Englisch. Gefunden über die Free University in Internet. Zu der ausgezeichneten Doku auf googlevideos geht es mit diesem Link.

Und nächste Woche werde ich mal schauen, ob ich ein sehenswertes deutschsprachiges Filmchen finde. 🙂

Die protestantische Ethik und die sexuelle Revolution

Posted by Martin Booker

Martin Luther

Martin Luther / Wikipedia creative commons

Dass die protestantische Ethik ein wichtiger Antriebsmotor des Kapitalismus war und ist, hat einst Max Weber in seiner berühmten Studie eindrucksvoll gezeigt. Dass dies z.B. auch für die moderne Wissenschaft gilt, hat Robert K Merton in seiner Dissertation über “Science, Technology and Society in Seventeenth Century England” dargelegt.

Was jedoch hat die protestantische Ethik mit der sexuellen Revolution zu tun? Der Historiker Tristram Hunt zeigt in einer vierteiligen BBC-Dokumentation die Auswirkungen des Protestantismus auf die moderne Welt. Der zweite Teil kümmert sich genau um obige Frage und verfolgt protestantische Ideen und deren Einfluss auf die Art und Weise, wie Sexualität gesehen wird, über die Jahrhunderte. Von der Absage an das Zölibat durch Martin Luther über die diversen Umdeutungen der Ehe, bis hin zu den sog. 68ern, zu kirchlich unterstützten Homo-Ehen und schwulen Bischöfen – immer waren es Protestanten, die die sexuelle Revolution (mit) vorantrieben und protestantische Ideen der Befreiung, welche die entsprechende ideologische Grundlage boten – so zumindest die These Hunts.

Wie ich finde ist dies ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft anschaulich gemacht werden kann. Der Film greift insofern über herkömmliche Dokumentationsformate hinaus, als er nicht nur darstellt wie sich die Dinge entwickelt haben, sondern auch – wie ernsthafte Geschichtwissenschaft dies tun sollte – dem warum nachgeht und die Kausalitäten zu erforschen sucht.

Tristram Hunt (Wikipedia-Artikel >>) ist übrigens Lektor an der Queen Mary University of London (Homepage >>) und hat schon desöfteren an der Erstellung historischer Dokumentationen mitgewirkt.

Zum Video auf googlevideos geht es mit diesem Link. Dank gebührt an dieser Stelle mal wieder der Free University in Internet für die Bereitstellung des Videos.

Max Weber besucht Amerika

Posted by Martin Booker © 2008

Als Max Weber die Vereinigten Staaten besuchte, lachten einige über ihn. Er trug Knickerbockerhosen, die damals (1904) in den USA eigentlich nur von Kindern getragen wurden. Andere hielten ihn für einen deutschen Spion, schließlich sprach er fast nur deutsch und das Mißtrauen gegenüber den Deutschen hatte Konjunktur. Von diesen und anderen Kuriositäten erzählt uns dieses von der North Carolina Sociological Society zusammengestellte, von Larry Keeter und Stephen Hall moderierte Video über den Besuch Webers in Amerika, insbesondere in North Carolina. Dabei wurde altes Filmmaterial aus den 70er Jahren benutzt, in dem zwei Augenzeuginnen des Besuchs, Cousinen von Weber, interviewt wurden. Für Interessierte gibt es aber auch reichlich Hintergrundinformationen zu Webers Arbeit, insbesondere der “Protestantsichen Ethik”. 23 Minuten, leicht verständliches American English.

Die protestantische Ethik und die Weltmacht USA

von Martin Booker

Max Weber erkannte einst so trefflich den Zusammenhang von protestantischer Ethik und dem Geist des Kapitalismus. Er stellte überzeugend dar, wie verschiedene im Protestantismus enthaltene Werthaltungen zur Ausbildung eines langfristig orientierten kapitalistischen Wirtschaftssystems führten (was nicht unbedingt dem entspricht, was heute oft unter Kapitalismus verstanden wird).

Walter Russell Mead vom Council of Foreign Relations hat die Frage untersucht, warum Großbritannien und die USA seit 300 Jahren die Vormachtstellung in der Welt einnehmen. Er kommt zu einem ähnlichen Schluss wie einst Weber. Kapitalismus und offene Gesellschaft, die er beide auf den protestantischen Geist zurückführt, waren und sind grundlegend für die anglo-amerikanische Dominanz.

Harry Kreisler vom Institute of International Studies an der University of California in Berkeley hat in seiner Serie Conversations with History den Autor interviewt.


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