Posts Tagged 'Palermo'

Schöne Aussichten für Sizilien – Ein Interview mit Enrico Bellavia

Posted by Stefan Spiess © 2008

Das kritische Hinterfragen von Informationen ist einer der Kernbereiche der Soziologie. Wir alle kommunizieren miteinander, wir spielen uns gegenseitig etwas vor. Dabei muss das nicht stets mit unlauteren Absichten verbunden sein – Wenn es aber um die Mafia geht, ist ausnahmsweise nicht derjenige der Schuft, der Böses dabei denkt. Enrico Bellavia (La Repubblica, Redaktion Palermo) erklärt uns ein Stück weit, wie die italienischen Medien funktionieren, warum ein guter Journalist ein investigativer Journalist sein muss, was ihm die Nähe zu den Menschen bedeutet und wie er im soziologischen Sinne die Rolle der Medien in einem Staat sieht.

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AddioPizzo – Antiracket der neuen Generation

Posted by Stefan Spiess © 2008

Vom Tennis zur Mafia, vom Schweigen zur öffentlichen Debatte, von der organisierten Kriminalität und dem Einzelkämpfertum zum organisierten, zivilbürgerlichen Widerstand gegen Schutzgeld und Gewalt – AddioPizzo Palermo Continue reading ‘AddioPizzo – Antiracket der neuen Generation’

Mafia und Klerus – der klerikal-mafiose Stil der katholischen Kirche in Sizilien

Posted by Martin Booker © 2008

Hannah Arendt warnte einst vor den Folgen, die ein Rückzug in das Private und eine Verweigerung gegenüber normativen Diskursen für die Politik hat: Sie wird illegitimen, bisweilen totalitären Regimen überlassen. Sizilien ist geprägt von einem Privatismus, der auch vor der allgegenwärtigen katholischen Kirche nicht Halt macht. Wie fast alle gesellschaftlichen Kräfte im südlichen Italien überlässt auch sie den öffentlichen Raum der Mafia und ihrer Willkür. Eine seltene Ausnahme ist Padre Nino Fasullo, den wir in seinem Pfarrzentrum in Palermo treffen. Continue reading ‘Mafia und Klerus – der klerikal-mafiose Stil der katholischen Kirche in Sizilien’

Die Mühlen der sizilianischen Justiz – ein Gespräch mit Staatsanwalt Guido Lo Forte

von Martin Booker

Der Justizpalast bietet eine wunderbare Aussicht über Palermo mit seinen eindrucksvollen Kuppeln und Kirchen, Schlössern und Theatern, Armenvierteln und Gefängnissen. Die Stadt ist eingerahmt vom Meer auf der einen Seite und Bergen auf der anderen, die Skyline erinnert fast ein wenig an Barcelona, jene ferne mediterrane Erfolgsstory. Doch Palermo repräsentiert die andere, dunklere Seite des Mittelmeers. Hier herrscht die Mafia, hier liefert sich der Staat einen Machtkampf mit der Cosa Nostra, sofern er nicht selbst von ihr durchsetzt ist. Hier können sich engagierte Anti-Mafia-Kämpfer nur mit strengem Polizeischutz und hinter verschlossenen Vorhängen bewegen. Der Staatsanwalt Guido Lo Forte empfängt uns in seinem Büro ohne Aussicht und nimmt sich viel Zeit für die Besucher aus Deutschland. Er berichtet von der schwierigen Arbeit der Justiz, von den neuen Erfolgen in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und von den Möglichkeiten der Überwindung der Mafia. Continue reading ‘Die Mühlen der sizilianischen Justiz – ein Gespräch mit Staatsanwalt Guido Lo Forte’

Auf Forschungsreise in Sizilien

Posted by Martin Booker © 2008

Falls in der kommenden Woche (17.02.-24.02.2008) keine weiteren Einträge in diesem Blog gemacht werden, hat dies einen Grund: Ich bin mit dem Lehrstuhl Soziologie der Universität Regensburg auf Forschungsreise in Sizilien und schaue dort der Mafia auf die Finger. Wenn ich wieder zurück bin und die Zeit finde, werde ich natürlich an dieser Stelle ausführlich darüber berichten.

Ein Highlight, das uns dort erwartet ist etwa der Besuch bei Rosario Crocetta, dem Bürgermeister der traditionellen Mafia-Hochburg Gela. Das besondere daran: Crocetta ist nicht nur gegen die Mafia, er ist Kommunist und schwul! Er wurde 2002 knapp in das Amt gewählt und 2007 mit ganzen 65 Prozent wiedergewählt.

Auch der Staatsanwalt Guido Lo Forte dürfte ein interessanter Gesprächspartner werden. Mit Sicherheit wird er uns interessante Hintergrundinformationen zur Arbeit der Justiz im Allgemeinen und seinen Ermittlungen im Besonderen liefern können.

“Addio Pizzo” heisst eine Bewegung, die Geschäftsleute davon überzeugen will, den Pizzo (= Schutzgeld) nicht mehr zu zahlen. Wir besuchen das Comitato Addiopizzo, das auch in Deutschland durch zahlreiche Medienberichte bekannt geworden ist. Deren Website (auch auf deutsch) ist www.addiopizzo.org. Man kann sich dort übrigens auch als Unterstützer der Bewegung registrieren oder Geld für die ngo spenden.

Insgesamt nehmen wir (Herr Prof. Dr. Dr. Hettlage, unsere Mafia-Expertin und Organisatorin Frau Dr. Anita Bestler, ca. 12 Studenten und ich) in den sechs Tagen 15 Termine wahr und kehren mit Sicherheit mit einem hohen Wissensgewinn wieder zurück. Es sei denn die ehrenwerten Herren haben etwas dagegen…

Neue Serie: die sizilianische Mafia

Posted by Martin Booker © 2008

Am kommenden Sonntag begebe ich mich mit dem Lehrstuhl Soziologie der Universität Regensburg auf eine einwöchige Exkursion nach Sizilien. Dem Anlass entsprechend werde ich in den nächsten Tagen und Wochen einige Einträge zu dem Thema “sizilianische Mafia” bloggen und dann auch einige Erlebnisberichte veröffentlichen.

Wer oder was ist die Mafia – jenseits des polemischen Bildes, das die Presse zumeist zeichnet? Welche Funktionen erfüllt sie in der italienischen Gesellschaft? Warum ist sie so schwer zu besiegen? Auf welchen kulturellen Faktoren baut das Phänomen Mafia auf?

Wen diese und ähnliche Fragen interessieren, sollte in den nächsten Tagen und Wochen öfter mal hier reinschauen. Alle Mafia-Artikel erscheinen dann in der Kategorie “Schwerpunkt Mafia” (zwei weitere habe ich bereits zu einem früheren Zeitpunkt verfasst und bereits dort eingeordnet).

Die siegreiche Mafia

von Martin Booker

Es gibt nicht viele gute Fernsehbeiträge zum Thema Mafia. Dieses Video aus dem Jahre 1998 ist allerdings eine informierte Darstellung der Cosa Nostra und ihrer Funktionsweise. Der Beitrag ist fast zehn Jahre alt, bis heute hat sich aber nicht viel geändert an dem Dreieck von Kirche, Staat und Mafia.

Für diejenigen, die 2001 auf unserer Exkursion nach Sizilien dabei waren, gibt es zwei bekannte Gesichter: Michela Buscemi (“eine Frau gegen die Mafia”) und die vermeintliche Anti-Mafia Bürgermeisterin Maria Maniscalco. In dem Film ist sie eine der wichtigsten Interviewpartner, inzwischen ist jedoch nicht mehr ganz klar, ob sie nicht selbst Verbindungen zur Mafia unterhält (sie hat ein Gerichtsverfahren am Hals), was vor allem zeigt, wie undurchsichtig diese Organisation ist. 23 Minuten, englisch mit italienischen Beiträgen. Der Anbieter hat das Video leider für Einbettungen gesperrt, daher verlinkt das Videofenster direkt zu YouTube.


Willkommen! Auf dieser Seite verlassen Soziolog/inn/en den Elfenbeinturm und führen öffentliche Experimente mit soziologischen Gedanken, Konzepten und Sichtweisen durch.

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