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Die Mühlen der sizilianischen Justiz – ein Gespräch mit Staatsanwalt Guido Lo Forte

von Martin Booker

Der Justizpalast bietet eine wunderbare Aussicht über Palermo mit seinen eindrucksvollen Kuppeln und Kirchen, Schlössern und Theatern, Armenvierteln und Gefängnissen. Die Stadt ist eingerahmt vom Meer auf der einen Seite und Bergen auf der anderen, die Skyline erinnert fast ein wenig an Barcelona, jene ferne mediterrane Erfolgsstory. Doch Palermo repräsentiert die andere, dunklere Seite des Mittelmeers. Hier herrscht die Mafia, hier liefert sich der Staat einen Machtkampf mit der Cosa Nostra, sofern er nicht selbst von ihr durchsetzt ist. Hier können sich engagierte Anti-Mafia-Kämpfer nur mit strengem Polizeischutz und hinter verschlossenen Vorhängen bewegen. Der Staatsanwalt Guido Lo Forte empfängt uns in seinem Büro ohne Aussicht und nimmt sich viel Zeit für die Besucher aus Deutschland. Er berichtet von der schwierigen Arbeit der Justiz, von den neuen Erfolgen in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und von den Möglichkeiten der Überwindung der Mafia. Continue reading ‘Die Mühlen der sizilianischen Justiz – ein Gespräch mit Staatsanwalt Guido Lo Forte’

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Auf Forschungsreise in Sizilien

Posted by Martin Booker © 2008

Falls in der kommenden Woche (17.02.-24.02.2008) keine weiteren Einträge in diesem Blog gemacht werden, hat dies einen Grund: Ich bin mit dem Lehrstuhl Soziologie der Universität Regensburg auf Forschungsreise in Sizilien und schaue dort der Mafia auf die Finger. Wenn ich wieder zurück bin und die Zeit finde, werde ich natürlich an dieser Stelle ausführlich darüber berichten.

Ein Highlight, das uns dort erwartet ist etwa der Besuch bei Rosario Crocetta, dem Bürgermeister der traditionellen Mafia-Hochburg Gela. Das besondere daran: Crocetta ist nicht nur gegen die Mafia, er ist Kommunist und schwul! Er wurde 2002 knapp in das Amt gewählt und 2007 mit ganzen 65 Prozent wiedergewählt.

Auch der Staatsanwalt Guido Lo Forte dürfte ein interessanter Gesprächspartner werden. Mit Sicherheit wird er uns interessante Hintergrundinformationen zur Arbeit der Justiz im Allgemeinen und seinen Ermittlungen im Besonderen liefern können.

“Addio Pizzo” heisst eine Bewegung, die Geschäftsleute davon überzeugen will, den Pizzo (= Schutzgeld) nicht mehr zu zahlen. Wir besuchen das Comitato Addiopizzo, das auch in Deutschland durch zahlreiche Medienberichte bekannt geworden ist. Deren Website (auch auf deutsch) ist www.addiopizzo.org. Man kann sich dort übrigens auch als Unterstützer der Bewegung registrieren oder Geld für die ngo spenden.

Insgesamt nehmen wir (Herr Prof. Dr. Dr. Hettlage, unsere Mafia-Expertin und Organisatorin Frau Dr. Anita Bestler, ca. 12 Studenten und ich) in den sechs Tagen 15 Termine wahr und kehren mit Sicherheit mit einem hohen Wissensgewinn wieder zurück. Es sei denn die ehrenwerten Herren haben etwas dagegen…


Willkommen! Auf dieser Seite verlassen Soziolog/inn/en den Elfenbeinturm und führen öffentliche Experimente mit soziologischen Gedanken, Konzepten und Sichtweisen durch.

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