Posts Tagged 'gender'

Gender und Migration – Teil I: Ist die Frau ein Opfer?

Katharina Kaiser macht einen Ausflug in die Soziolinguistik und setzt sich in der Artikelserie „Gender und Migration“ mit der Opferrolle von Frauen im Migrationsprozess auseinander. Teil I hinterfragt die allzu häufig gemachte Zuschreibung dieser Rolle.

42-16845075

Junge Türkinnen feiern den 1. Mai in Berlin Kreuzberg / © Atlantide Phototravel/Corbis

Die These der Frau als Opfer ist weit verbreitet. Selbst die feministische Literatur unterstützt diese Annahme zumindest insofern, als dass sie über Benachteiligungen von Frauen in der Gesellschaft berichtet. In verschiedenen Kontexten werden Frauen in einer untergeordneten Position dargestellt – eigentlich sogar an allen Ecken. Die Werbung, Unterhaltungsindustrie und Pornografie etwa, aber auch Hollywood präsentiert häufig unsichere, dümmliche Frauencharaktere die kaum selbstständig handeln können. Sex and the City ist nett, aber taugt Carry wirklich als Heldin? Continue reading ‘Gender und Migration – Teil I: Ist die Frau ein Opfer?’

Warum geben so wenige Frauen den Ton an? Weibliche Stimmen in Blogs und Politik

Anlässlich des Weltfrauentages haben wir eine kleine Premiere zu verkünden: Endlich erscheint der erste Artikel von einer Frau auf homosociologicus.de. Katharina Kaiser sinniert über Geschlechterunterschiede darin, wie man sich selbst präsentiert, was man von Frauen erwartet, und wie sich das bis in die politische Elite durchzieht. (Der Artikel wurde von der Autorin am 20.03.2009 aktualisiert.)

Beim Durchklicken sämtlicher Kommentare auf homosociologicus bin ich ausschließlich auf männliche Benutzernamen gestoßen, oder solche, die kein Geschlecht verrieten. Natürlich kann man nicht nachvollziehen, welcher Anteil an Lesern des Blogs weiblich ist, oder ob sich hinter den geschlechtsneutralen Benutzernamen möglicherweise heimlich Frauen verbergen. Dennoch hatte ich beim Verfassen dieses Kommentars die leise Vermutung, die erste Frau zu sein, die auf diesem Blog Spuren hinterlassen würde. Und tatsächlich stellt sich heraus, dass nur etwa 5 von bisher 148 Kommentaren von Frauen verfasst worden sind. Continue reading ‘Warum geben so wenige Frauen den Ton an? Weibliche Stimmen in Blogs und Politik’

Soziologischer Sonntagsfilm: Gesucht – die polygame Frau

Anlässlich des heutigen internationalen Frauentages strahlte Arte schon gestern einen sehr interessanten Film aus, in dem sich die Dokumentarfilmerin Hatice Ayten [Wiki] aufmacht, um in der Türkei eine polygame Frau zu finden. Der Film wurde zuerst 2008 im ZDF veröffentlicht und ist derzeit bei ARTE+7 verfügbar. Ich verrate an dieser Stelle nicht, ob sie eine findet oder nicht, sonst ist es ja nicht mehr spannend. Darüber hinaus erfährt man aber auch interessantes darüber, wie Frauen und Männer zu Polygamie stehen, und wie sie sich in dieser Lebensweise zurechtfinden und fühlen.

Es wäre unfair, die gängigen Klischés zu bedienen, und wie so oft in den Massenmedien in die “böse, patriarchalische Welt des Islams” zu schauen, um sich dann selbst besser zu fühlen. Darum (und auch einfach weil Ungleichheit eben überall ist) noch ein allgemeines Beispiel und eines, das direkt nach Deutschland durchschlägt.

Der erste Artikel stellt Ergebnisse einer Studie kurz dar, in der es darum geht, wie Männer Frauen betrachten – und viele tun das anscheinend mit den selben Überlegungen und Gefühlen, mit denen sie auch eine Zange oder einen Hammer betrachten. Sie bereiten sich geistig auf die “Benutzung” vor, weniger auf soziale Interaktion. Je höher der Wert für “feindlichen Sexismus” eines Mannes ist, desto stärker scheint der Effekt zu sein. Den Sexismustest – den übrigens Frauen und Männer machen können – findet man hier.

Der zweite Artikel ist eigentlich schnell zusammengefasst: Deutschland ist in den europäischen Top 3 der Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen – allerdings leider von hinten gesehen. Wir von homosociologicus finden das: Schwach.

Sind Sexpuppen die besseren Frauen? – Eine Soziologie der synthetischen Liebe

von Stefan Spiess, Regensburg

Quelle: Wikipedia.org (2008) creative commons

Sexpuppen sind ein schönes Schmuddelthema, und anscheinend eines, das dringend eine soziologische Überarbeitung benötigt. Nach einem ausführlichen und sehr interessanten Artikel zum Thema existieren Onlinegemeinschaften mit geschätzen 12.000 Mitgliedern, eine stattliche Zahl. Ein anderer wissenschaftlicher Aufsatz gibt Anregungen für die Entwicklung und notwendige ethische Prinzipien einer Roboter-Prostitution, als Ersatz für menschliche SexarbeiterInnen. (Eine Doku englischer Sprache ist am Ende des Artikels eingebettet.) Continue reading ‘Sind Sexpuppen die besseren Frauen? – Eine Soziologie der synthetischen Liebe’

Gender und Rassismus in einer Kollektion – Ein soziologisches Muss für Connaisseurs und Connaisseusen

Posted by Stefan Spiess

Pearl Buck war die vierte Frau, die den Literaturnobelpreis erhielt. Diese Entscheidung war nicht ganz unumstritten. In einer Sammlung von Interviews mit Mike Wallace findet man ein Interview von 1958, was zwanzig Jahre nach ihrem Nobelpreis 1938 ist. Das Thema ist ein soziologisches, was in dem Interview auch gut rauskommt – man spricht über die Frauen in den USA, wie Mike Wallace eingangs sagt “at home, at work, and in love”. [Link zum Film] Nun ist das heute nicht der Jahrestag des Interviews, aber leider bin ich vor heute eben nicht darauf aufmerksam geworden. Wieder einmal geht mein Dank an das Team von Telepolis, das immer wieder auf interessante Dinge im Web aufmerksam macht, die man sonst möglicherweise gar nicht finden würde (In diesem Falle Harald Taglinger.) Das Video findet man hier.

Außerdem cool für den Soziologen: Der damalige “Imperial Wizard” des KKK erklärt die Südstaaten. Damit sind in dieser Sammlung zwei großartige Schlachtfelder der Sozialwissenschaftler interessant dokumentiert. War mir eine Meldung wert. (Gibt da aber auch noch weitere interessante Videos mit interessanten Leuten.)

China und die Frauenfrage – Wieviele Zigaretten kostet die Braut?

Posted by Martin Booker © 2008

China hat auf dieser Welt die höchste Selbstmordrate unter Frauen. Alle 4 Minuten zieht eine Chinesin den Freitod dem Leben vor. Im zweiten Teil der BBC-Dokumentation über China sprechen Frauen über den Druck und die Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind. Zwar mag die offizielle Propaganda die Gleichberechtigung predigen, die Wahrheit jedoch verfehlt diese bei weitem, besonders in ländlich geprägten Gebieten. In einer (für westeuropäiche Augen) skurril anmutenden Szene streiten die Familien eines Brautpaares um den Preis, den die Braut wirklich wert ist – es geht um Zigaretten und im Endeffekt um die Frage, ob der Bräutigamsfamilie die Braut noch ein paar extra Zigaretten wert ist.

Doch die Industrialisierung bietet den Frauen neue Chancen, aus dem Patriarchat auszubrechen. Die großen Städte und die Fabrikarbeit ermöglichen einen neuen, emanzipierten Lebensstil, bergen allerdings auch neue Risiken und Gefahren in sich. Diese Doku aus dem Jahr 2006 schildert das Leben einfacher Chinesinnen und ihre Zerissenheit zwischen Tradition und Moderne, Stadt und Land, Gemeinschaft und Gesellschaft, Sicherheit und Risiko. Eine eindrucksvolle Sozialstudie aus dem Hause BBC!

1 Std., englisch. Zu dem Video bei googlevideos geht es mit diesem Link.


Willkommen! Auf dieser Seite verlassen Soziolog/inn/en den Elfenbeinturm und führen öffentliche Experimente mit soziologischen Gedanken, Konzepten und Sichtweisen durch.

I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.

Kategorien

Soziologie Fan-Shop

web site analytic