Posts Tagged 'BBC'

Soziologischer Sonntagsfilm: Slaughterhouse Workers

von Martin Booker

Wer diesen Film ansieht, sollte seinen Sonntagsbraten schon verdaut haben. Was passiert auf dem Weg vom niedlichen Lamm auf der Weide zum Lammsbraten auf dem Sonntagstisch? Die industrielle Schlachtung und Verarbeitung von Tieren entspricht nicht unbedingt dem ästhetischen Empfinden der meisten Menschen.

Das Kamerateam der BBC besucht in dieser Dokumentation eine Schlachterei in Oldham nahe Manchster. Dabei wird aber weniger der Schlachtungsprozess beleuchtet, sondern vor allem die Menschen, die hier arbeiten. Sie erzählen von ihrer Einstellung zur Arbeit, zu Politik, zu Einwanderern und zum Leben im Allgemeinen. Der Film ist vor allem eine Milieustudie über die Schlachter in einer typischen nordenglischen Industriestadt und gewährt einen soziologischen Blick hinter die Kulissen.

Der Film auf googlevideos findet sich über diesen Link. 58 Minuten, das Englisch ist nicht immer leicht verständlich. Wer schon immer Vegetarier werden wollte, sollte sich diese Doku nicht entgehen lassen. Der Film wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Free University in Internet.

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Sonntagsfilm: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

von Martin Booker

Das Wetter ist miserabel, die Uni/Arbeit/Schule hat mal Pause – Zeit, mehr über die Grundlagen unseres zur Zeit so gebeutelten Kapitalismus zu lernen. Unser heutiger Sonntagsfilm: Der Historiker Tristram Hunt geht in einer BBC-Dokumentation der Idee Max Webers nach, der einst in seinem berühmten Aufsatz “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” den Zusammenhang von protestantischem Gedankengut und dem Heraufziehen des modernen Kapitalismus nachvollzogen hat. Der Film ist 60 Minuten lang und in gut verständlichem Englisch. Gefunden über die Free University in Internet. Zu der ausgezeichneten Doku auf googlevideos geht es mit diesem Link.

Und nächste Woche werde ich mal schauen, ob ich ein sehenswertes deutschsprachiges Filmchen finde. 🙂

Sonntagsfilm: Nice Guys Finish First

von Martin Booker

Im Zeitalter der Finanzkrise ist folgende Dokumentation des Public Scientist Richard Dawkins aus den 1980er Jahren aktueller denn je: “Nice guys finish first” ist im Grunde genommen nicht mehr und nicht weniger als eine gründliche Erläuterung des Gefangenen-Dilemmas [wiki] – und die beste, die ich bisher gehört habe. Unter welchen Bedingungen entscheiden wir uns in dem Spiel für Kooperation, unter welchen für Konkurrenz? Und warum – wie der Titel der Doku impliziert – schneiden am Ende die “guten” Menschen besser ab? Continue reading ‘Sonntagsfilm: Nice Guys Finish First’

Im Film: Gesellschaft als Ameisenhaufen

Posted by Martin Booker

Wie lässt sich das abstrakte Thema “Gesellschaft” am besten visualisieren? Während Literaten oder Filmemacher auf ihre Erzählkunst, auf Phantasie und Vorstellungskraft zurückgreifen können, muss sich der gemeine Wissenschaftler mit nackten Zahlen, drögen Statistiken und vielleicht einmal ein paar mehr oder weniger schönen Grafiken begnügen. Aber filmisch darstellen?

Die BBC hat für eine neue Doku-Serie “Britain seen from above” neue Möglichkeiten gefunden, sozialgeographische Themen filmisch darzustellen. Ob der Schiffsverkehr im Ärmelkanal, die Taxirouten in der Londonder Innenstadt, der nationale Flugverkehr oder die Aktivität von Telefongesprächen – mit Hilfe von GPS-Daten zeigen die animierten Landkarten der BBC den Ameisenhaufen “Gesellschaft”. In diesem Trailer sieht das jedenfalls ganz eindrucksvoll aus.

Chinas Umweltkatastrophe: Von den Krebsdörfern an den Ufern des Huai

Posted by Martin Booker

Fünf der zehn am stärksten verschmutzten Städte der Welt liegen in China. An verseuchten Flussläufen sind “Krebs-Dörfer” entstanden, in denen ganze Familien seuchenartig von Krebserkrankungen dahingerafft werden. China exportiert sauren Regen nach Korea und Japan, verschmutze Luft nach Kanada und verseuchte Flüsse nach Indien. Ein Drittel der Weltbevölkerung bezieht Wasser aus chinesischen Chemie-Flüssen. Dies behauptet zumindest der dritte Teil der BBC-Serie über China.

Der Film zeigt eine Umweltkatastrophe erheblichen Ausmaßes. Mit einem soziologischen Gespür für Machtverhältnisse, Diskurshoheiten, die geltende Gesetzeslage und Gesetzesrealität, schildert die Dokumentation die prekäre Lage. Wie konnten die Notlagen entstehen und warum ist es so schwierig, die Umweltprobleme zu überwinden? Das Team der BBC interviewt Umweltaktivisten, Offizielle der Partei und Wissenschaftler, die sich mit der Problematik auseinandersetzen. Wie auch die anderen drei Teile der Dokumentationsreihe (siehe Kategorie “China”) eine sehr gelungener Bericht mit einem Gespür für die (soziologisch) relevanten Fragen.

1 Stunde, gut verständliches Englisch. Zu dem Video auf googlevideos geht es mit diesem Link.

Alle vier Videos und über 400 Dokumentationen mehr finden sich auch auf der Seite free university in internet.

China und die Frauenfrage – Wieviele Zigaretten kostet die Braut?

Posted by Martin Booker © 2008

China hat auf dieser Welt die höchste Selbstmordrate unter Frauen. Alle 4 Minuten zieht eine Chinesin den Freitod dem Leben vor. Im zweiten Teil der BBC-Dokumentation über China sprechen Frauen über den Druck und die Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind. Zwar mag die offizielle Propaganda die Gleichberechtigung predigen, die Wahrheit jedoch verfehlt diese bei weitem, besonders in ländlich geprägten Gebieten. In einer (für westeuropäiche Augen) skurril anmutenden Szene streiten die Familien eines Brautpaares um den Preis, den die Braut wirklich wert ist – es geht um Zigaretten und im Endeffekt um die Frage, ob der Bräutigamsfamilie die Braut noch ein paar extra Zigaretten wert ist.

Doch die Industrialisierung bietet den Frauen neue Chancen, aus dem Patriarchat auszubrechen. Die großen Städte und die Fabrikarbeit ermöglichen einen neuen, emanzipierten Lebensstil, bergen allerdings auch neue Risiken und Gefahren in sich. Diese Doku aus dem Jahr 2006 schildert das Leben einfacher Chinesinnen und ihre Zerissenheit zwischen Tradition und Moderne, Stadt und Land, Gemeinschaft und Gesellschaft, Sicherheit und Risiko. Eine eindrucksvolle Sozialstudie aus dem Hause BBC!

1 Std., englisch. Zu dem Video bei googlevideos geht es mit diesem Link.

Weihnachtsmänner in den Straßen von Lhasa

Posted by Martin Booker © 2008

Im Jahr 2008 blickt die Welt nach China. Die Olympischen Spiele rücken das aufstrebende Reich der Mitte in ein Rampenlicht, das im Moment von Dissidenten in Tibet öffentlichkeitswirksam genutzt wird. Doch auch die kleineren Aufstände von Bauern, die enormen Umweltzerstörungen und die prekäre Lage von Bürgerrechtlern rücken immer mehr in das Auge der Weltöffentlichkeit (wenn auch das eher provinziell orientierte deutsche Medienwesen hier nicht so aktiv ist).

Wie hält man ein riesiges Land wie China zusammen? Wie lässt sich verhindern, dass die Konflikte zu hoch kochen oder ganze Provinzen wegbrechen? Die BBC hat eine vierteilige Doku-Serie über China gedreht. Im ersten Teil untersucht sie Power an the People, bietet Einblicke in den Machtapparat der Partei und die Strategien, mit denen dieser versucht, das Land zusammenzuhalten. Wirtschaftliche Prosperität gehört dabei zu den wichtigsten Legitimitätsbeschaffern der Partei, und diese lässt sich offensichtlich am besten durch eine westliche Konsumindustrie erreichen: Lederjacken in Modeboutiquen, David Beckham auf Werbeplakaten, Weihnachtsmänner in den Straßen von Lhasa.

Die weiteren Folgen werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle vorgestellt. Alle vier Folgen gibt es auf der Seite Free University in Internet – einer ausgezeichneten Sammlung von (meist englischsprachigen) Dokumentationen.

1 Std., English. Zu dem Video auf googlevideos geht es mit diesem Link.


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