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Die Universität der Zukunft: Bloggerportale und Fernsehsender

von Martin Booker

Wie wird die Universität der Zukunft aussehen? Ich denke desöfteren darüber nach und werde wohl in nächster Zeit öfter zu diesem Thema bloggen und dabei meine Gedanken dazu etwas ordnen. Mir erscheint in jedem Falle sicher, dass Universitäten in der Zukunft stärker in die Gesellschaft heineinreichen werden. Blogs von Wissenschaftlern sind ein Weg dazu. weiterlesen ‘Die Universität der Zukunft: Bloggerportale und Fernsehsender’

homo sociologicus bekommt Zuwachs

Posted by Martin Booker

Eine kleine Meldung in eigener Sache: Nach einem erbitterten Casting-Verfahren über 10 beinharte Runden konnte eine gnadenlose Jury aus 300 von Ehrgeiz zerfressenen Bewerbern am Schluss den fähigsten Nachwuchs-Blogger küren: Die Wahl fiel auf Stefan Spiess, der bereits mit zwei Artikeln (s.u.) sein Können unter Beweis stellen durfte.

OK, das mit dem Casting-Verfahren war gelogen. Ob Stefan der fähigste Blogger ist, sei auch mal dahingestellt ;-). In Wirklichkeit ist er mir auf unserer Sizilien-Exkursion zugelaufen. Dennoch bin ich mir sicher, dass er weiterhin mit hochwertigen Beiträgen glänzen kann.

Mehr über unseren Zuwachs in der Rubrik “über uns”.

In den nächsten zwei Wochen hoffe ich, weitere hochklassige Blogger auf dieser Plattform präsentieren zu dürfen.

Bis dahin und weiterhin viel Freude beim Lesen und ein besseres Leben mit der Soziologie,

Martin Booker

Ich blogge also bin ich - Geert Lovink im ZEIT-Interview

Posted by Martin Booker © 2008

Wolfgang hat mich heute auf ein sehr interessantes Interview aufmerksam gemacht: DIE ZEIT hat den niederländischen Politikwissenschaftler und Medienexperten Geert Lovink zum Thema Blogger-Gesellschaft befragt. In dem Interview werden wichtige Fragen einer sich herausbildenden Web-Soziologie aufgeworfen und einige Konzepte vorgestellt. Bewegen wir uns auf eine Kultur der Amateure zu, die den Informations- und Meinungsprofis Konkurrenz macht? Oder ist das Bloggen einfach nur eine neue Möglichkeit des Selbstausdrucks, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten? Wie hängen Demokratie und Blogosphäre zusammen, falls überhaupt? Was lässt sich über die Zukunft des Bloggens sagen, falls Voraussagen überhaupt möglich sind?

Diese und viele andere Fragen beantwortet Geert Lovink in dem ZEIT-Interview “Ich blogge, also bin ich” (vom 19.12.2007).

Warum die Bloggerszene in Deutschland hinterherhinkt

Posted by Martin Booker © 2007

Zunächst zu dem Artikel auf ZEIT Online, der meine Aufmerksamkeit für dieses Thema erregt hat (und den ich bereits weiter unten erwähnt habe). Darin heisst es:

“Nach gut begründeten Schätzungen der Website Blog Herald existieren weltweit etwa 200 Millionen Blogs; allein in China mehr als 30 Millionen, 20 in Südkorea, 10 in Japan und in Indien 1,2 Millionen. Neben Großbritanniens 4 und Spaniens 1,6 Millionen sowie den 600.000 Blogs in den Niederlanden nimmt sich die deutsche Zahl von 300.000 bisher eher bescheiden aus.”

Die hier zitierten Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2006, die über Deutschland gar aus dem Juli 2005. Bei Blog Herald habe ich keine neueren gefunden, aber vielleicht weiss ja ein verehrter Leser eine neuere Quelle und weist mich freundlicherweise mit einem Kommentar darauf hin. weiterlesen ‘Warum die Bloggerszene in Deutschland hinterherhinkt’

Was ist ein homo sociologicus und was soll dieses Blog überhaupt?

Posted by Martin Booker

Der homo sociologicus (griechisch/lateinisch „der soziologische Mensch“) ist ein für die Soziologie geprägter Begriff, der den Menschen in seinem Dasein als gesellschaftliches Wesen analysieren soll. Der homo sociologicus stellt einen Ausschnitt des gesamten Menschen dar, der gleichzeitig etwa auch ein psychologischer, ein biologischer und bisweilen auch ein homo oeconomicus ist. Diese Unterscheidungen bestimmen nach der Idee Ralph Dahrendorfs auch das jeweilige Forschungsgebiet von Psychologie, Biologie, Ökonomie und Soziologie. Keineswegs geht es um die Behauptung, der Mensch sei nur ein homo sociologicus, wie dies von manchen Kritikern falsch aufgefasst wurde.

Der Begriff geht auf Ralf Dahrendorf zurück, der ihn 1958 mit der Untersuchung Homo Sociologicus als „Versuch zur Geschichte, Bedeutung und Kritik der Kategorie der sozialen Rolle“ vorlegte und erfolgreich in der deutschen Soziologie etablierte. Der homo sociologicus ist nach ihm die Gesamtheit seiner sozialen Rollen. Diese wiederum sind verbunden mit den Erwartungen der jeweiligen Bezugsgruppen, in denen sich der homo sociologicus bewegt.

Nehmen wir das Beispiel eines Bäckers, der gleichzeitig Vater, Ehemann und Fußballspieler im Dorfverein ist. Dies sind nur vier von wahrscheinlich Dutzenden von Rollen, die diese Person tagtäglich einnimmt - einnehmen muss! - und die sein Dasein als homo sociologicus bestimmen. Jede dieser Rollen ist mit bestimmten Erwartungen verbunden, die von den jeweiligen Bezugsgruppen an ihn gestellt werden. Die Bezugsgruppe Familie erwartet etwa, dass er ein guter Vater ist (und bestimmt, was unter “gut” verstanden wird), die Bezugsgruppe Fußballmannschaft, dass er immer pünktlich ins Training kommt und jeden Sonntag seine berüchtigte Blutgrätsche ausfährt. Von dem Bäcker erwarten die Kunden, dass sie jeden morgen frisches Brot bekommen, er muss daher jeden Werktag um vier Uhr aufstehen.

Verweigert er sich, so bekommt er entsprechende Sanktionen zu spüren. Die Familie wird mißmutig, die Kinder jammern ständig, die Mitspieler betrachten ihn als “Weichei”, der Trainer setzt ihn schließlich auf die Bank, die Kunden tuscheln über ihn oder kommen gar nicht mehr zur Bäckerei, die jetzt nur noch nachmittags geöffnet hat. Es gibt dabei verschiedene Intensitäten der Erwartungen (Muß-, Kann-, Soll-) und entsprechend verschiedene Intensitäten der Sanktionen, die bishin zu Gefängnisstrafen gehen können.

Dahrendorf nennt dies die “ärgerliche Tatsache der Gesellschaft” - sie übt Zwang aus, man kann ihr, ihren Erwartungen und Sanktionen nicht entfliehen.

(Diese Erläuterung nimmt Anleihen von dem entsprechenden Wikipedia-Artikel, macht das Konzept aber anschaulicher und betont andere Aspekte)

Das Blogprojekt homo sociologicus

Dieses Blog habe ich homo sociologicus getauft, weil ich ein Experiment wagen will: Die tiefgründige Soziologie mit all ihrem theoretischen Ballast soll hier in Blog-Form mit der Alltagswelt zusammengebracht werden. Das klingt nach einem schwierigen Balanceakt, versteht sich doch die Soziologie als ausdifferenzierte Wissenschaft, die viel Platz braucht, um soziale Phänomene in ihren Ursachen und Auswirkungen etc. etc. zu verstehen und zu erklären (Max W. lässt grüßen). Sie will keine schnellen Antworten liefern, sondern den Tatsachen erst mal auf den Grund geht, um dann hochdifferenzierte und nach wissenschaftlichen Methoden (quasi-) objektiv belegbare Egebnisse liefert.

Ein Blog auf der anderen Seite ist ein höchst subjektives Unterfangen und will es ja gerade sein. Im Normalfall werden kurz und prägnant entweder beliebige Alltagsgeschichten erzählt oder mehr oder weniger wichtige Meinungen zum besten gegeben ohne großes Interesse an einer tiefgründigen Analyse der Begebenheiten.

Wie kann man also beides zusammenbringen? Ein Blog kann und, wie ich finde, soll nicht immer objektiv-wissenschaftlich sein. Ich denke aber, dass es so etwas wie spezifisch soziologisches Gedankengut gibt. Eine bestimmte Art, die Welt zu betrachten. Bestimmte Fragestellungen, die wir Soziologen an die Welt herantragen. Und um diese “Soziologie als Weltanschauung” herum kann man sehr wohl einen Blog aufbauen.

Soziologische Fragestellungen… Klar, da fallen einem Stichworte wie Klasse, Macht, Ethnie, Kultur, Ideen und Interessen ein. Wie wirken diese Faktoren auf die Welt? Wie prägen sie die Gesellschaften, in denen wir leben. Wie das dann in diesem Weblog genau aussieht, wird sich nach und nach aus den Beiträgen ergeben.

Nicht zuletzt wird es auch Zeit, dass die Soziologie (gerade in Deutschland) wieder ein bisschen von ihrem Sendungsbewusstsein entdeckt. Meinen klitzekleinen Beitrag will ich auf diesem Wege dazu leisten.

Nachtrag: Dieser Artikel wurde zu Beginn des Blogprojekts “homo sociologicus” am 4. Dezember 2007 verfasst und ist einer der häufigsten Landeseiten neuer Leser (jeder will schließlich wissen, was ein homo sociologicus ist ;-)). Wie es mit homosociologicus.de weitergegangen ist, kann auf unserer Startseite eingesehen werden.

Der homo sociologicus erblickt das Licht der Welt

Posted by Martin Booker © 2007

Neulich in der ZEIT gelesen:

“Nach gut begründeten Schätzungen der Website Blog Herald existieren weltweit etwa 200 Millionen Blogs; allein in China mehr als 30 Millionen, 20 in Südkorea, 10 in Japan und in Indien 1,2 Millionen. Neben Großbritanniens 4 und Spaniens 1,6 Millionen sowie den 600000 Blogs in den Niederlanden nimmt sich die deutsche Zahl von 300 000 bisher eher bescheiden aus.”

Höchste Zeit, Entwicklungshilfe zu leisten! Deutschland scheint in der Blogosphäre ja eher ein Drittweltland zu sein. Die Web-Demokratie braucht uns! An dieser Stelle werde ich also künftig meine Blogsucht ausleben - als homo sociologicus.




I am a hard bloggin' scientist. Read the Manifesto.

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